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Zwei Rookies rocken Roth

Zwei Rookies rocken Roth

 „Dreams cannot be cancelled“: Dieses offizielle Motto der Challenge Roth machten Michael Hagedorn und Patrick Schneider, Triathleten des ASC Ahlen, zu ihrem eigenen. Ihr großer Traum: zum ersten Mal eine Langdistanz zu finishen. Und so standen die beiden Rookies am Sonntagmorgen am Main-Donau-Kanal. Vor ihnen lag eine 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke, eine 170 Kilometer lange Radstrecke und ein Marathon, den es zum Abschluss zu laufen galt. Hinter ihnen  ein monatelanges strapaziöses Training, das immer wieder von der Angst begleitet wurde, dass die Kultveranstaltung nicht stattfinden darf. Denn eigentlich war diese im Juli 2020 geplant, wurde aber zwei Mal verschoben.
Michael Hagedorn und Patrick Schneider konnten die Umstände nicht umstimmen. Sie wollten es wagen. Hagedorn erwischte eine frühe Startgruppe und fühlte sich im Wasser schneller als je zuvor. Fast schon machte sich Enttäuschung breit, als ihm ein Ordner zurief, dass er für die Auftaktdisziplin etwa 1:20 Stunden gebraucht hatte. Beim Schwimmausstieg gab es einen Defekt an seiner Uhr, die ersten Wadenkrämpfe machten sich bemerkbar -  wohin sollte das noch führen?
Patrick Schneider kam im Wasser erwartungsgemäß schneller voran. Er ging eine halbe Stunde nach seinem Teamkollegen ins Rennen und schwamm schnell auf die vor ihm liegende Startgruppe auf. „Wie überhole ich am besten?“ waren seine größten Bedenken, fehlte ihm aufgrund der vielen abgesagten Wettkämpfe doch etwas Rennpraxis. Nach 1:11:23 Stunden erreichte er die Wechselzone und startete auf die Radstrecke, die ihm am Tag zuvor beim Abfahren im Auto noch die Gesichtsfarbe genommen hatte. Solche Anstiege war er im platten Münsterland nicht gewohnt. Doch am Wettkampftag selbst ließen sie sich besser bewältigen als gedacht.
Auch bei Michael Hagedorn waren die Bedenken schnell vergessen. Auf den ersten 20 Kilometern brachte er den in die Höhe geschnellten Puls wieder auf Normalmaß und kontrollierte die Geschwindigkeit anschließend über die Wattwerte. „Dass dann bei 175 Watt ein 33er-Schnitt herauskommt“, freute sich Hagedorn über die gute Leistung. So konnte er nach etwas weniger als 6 ½ Stunden auf die Laufstrecke starten – mit einer positiven Überraschung: „Ich merkte gar nicht, dass ich vorher Rad gefahren war.“ Wie bei einem langen Lauf startete er in den Marathon, fand schnell Verbündete, mit denen er sich unterhalten konnte und mit denen sich die Laufstrecke besser bewältigen ließ. Die Unterstützung durch Freunde und Familie tat ihr übriges. „Es war sicherlich weniger los als in den vergangenen Jahren, aber wir haben uns über jeden Zuschauer am Streckenrand gefreut.“
So ging es auch Schneider. Er wechselte nach 6:32 Stunden in die Laufschuhe. Anders als Hagedorn versuchte er aber, andere Athleten beim Marathon auszublenden und bei sich zu bleiben. „Ich hatte ein Mantra: Jedes langsame Laufen ist schneller als Gehen“, erzählte er nach dem Rennen. Und so kämpfte er sich durch die strapaziöse Schlussdisziplin. Währenddessen wartete Hagedorn auf den von Freunden prognostizierten „Mann mit dem Hammer“. Bei Kilometer 34 setzte der Schmerz ein. Doch ein Ordner verschaffte neue Motivation. „Du kannst die zehn Stunden schaffen“, rief er ihm zu. Dass das zu diesem Zeitpunkt bereits illusorisch war, konnte Hagedorn durch die kaputt gegangene Uhr nicht wissen und so zog er durch. Nach begeisternden 10:03:05 Stunden erreichte er das Ziel als 67. der M35 und wartete auf seinen Teamkollegen. Schneider folgte nach 10:56:06 Stunden als 95. der M40 – beide waren glücklich und zufrieden.