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Ein echter Sahnetag in Roth

Ein echter Sahnetag in Roth

Ein echter Sahnetag in Roth

Böse Zungen behaupten, bei der diesjährigen Ausgabe der Challenge Roth seien zwei Ahlener Rookies am Start gewesen. Bei Egbert Borgschulte vom ASC Ahlen ist unbestritten, dass er sich in diesem Jahr zum ersten Mal auf die Herausforderung einer Langdistanz eingelassen hat. Bei dieser hat jeder Athlet 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einen Marathon zu bewältigen. Bei Patrick Schneider liegt die Sache etwas anders. Zwar hatte er die Challenge Roth schon im vergangenen Jahr absolviert, allerdings mit der 2021 auf etwa 170 Kilometer verkürzten Radstrecke. Dieses Jahr sollte es dann über die gesamte Distanz gehen.

Auch darüber hinaus unterschied sich die deutsche Triathlon-Traditionsveranstaltung sehr von der Corona-Ausgabe im vergangenen Jahr. Stimmungsnester wie der Solarer Berg oder die Biermeile in Eckersmühlen sorgten für Gänsehautmomente bei den Athleten, auch weil dort noch ein Ahlener Überraschungstrupp parat stand, der sich noch in der Nacht ins Auto gesetzt hatte, um die ASC-Athleten im etwa 500 Kilometer entfernten Roth zu supporten. „Davon bin ich schwer begeistert“, freute sich Borgschulte noch Tage nach dem Event. Gleichzeitig war die Strecke viel voller als im Vorjahr, weswegen Patrick Schneider auf der Radstrecke einige Male nicht so fahren konnte, wie er wollte, um nicht in die Gefahr des verbotenen Windschattenfahrens zu geraten. Dafür hatte er schon im Wasser einige Zeit im Vergleich zu seiner Premiere gut gemacht. Bereits nach 1:06:52 Stunden verließ er den Main-Donau-Kanal, fast fünf Minuten schneller als 2021. Die Radstrecke spulte er dann routiniert ab, wenn er auch deutlich merkte, dass sie nicht nur länger, sondern wegen des Windes auch schwerer als im vergangenen Jahr war. Dazu kamen die warmen Temperaturen von über 30 Grad. Nach knapp sieben Stunden erreichte Schneider die zweite Wechselzone und startete den Marathon, merkte allerdings schon schnell Probleme. „Ich fühlte mich energielos“, sagte Schneider, ohne dafür eine echte Erklärung zu finden, hatte er sich doch auf dem Rad an seinen Ernährungsplan gehalten. Doch der Ahlener Triathlet kämpfte sich zurück und wurde nach 11:36:27 Stunden und einer starken Willensleistung mit einem Zieleinlauf gemeinsam mit seinen beiden Töchtern belohnt.

Danach hieß es Warten auf den „echten Rookie“. „Einen echten Sahnetag“ hatte Egbert Borgschulte nach eigener Aussage erwischt, was sich schon beim Schwimmen zeigte. Mit einer Zeit von 1:14:37 Stunden war er wesentlich schneller aus dem Kanal, als viele geglaubt hätten. Und auch auf dem Rad machten sich die vielen Trainingsstunden und die Entbehrungen der vergangenen Monate bezahlt. Nach genau 7:50 Stunden ging es für ihn auf die Laufstrecke, nachdem er den Wechsel betont ruhig vollzogen hatte. Auf der Laufstrecke zog er seinen Plan voll durch. Nur bei den Verpflegungsstationen ging er und sammelte fleißig Pappbecher um Pappbecher. „Ich musste etwas in der Hand halten“, erklärte er die Marotte nach dem Rennen. Kurz vor Schluss entpuppte sich das als Glück, wurde ihm doch von einem Passanten ein Bier angeboten. Tatsächlich ließ sich Borgschulte etwas in den Becher füllen. „Mein erstes Bier seit sieben Monaten“, freute er sich, um kurze Zeit später – genau 12:54:04 Stunden nach seinem Startschuss – dem nächsten Glücksgefühl entgegenzulaufen: dem ersten Finish bei einer Langdistanz.  

Zuvor hatte Jonas Barwinksi mit seiner Staffel „Die Wemser“ und seinen Teamkollegen Sascha Thiel und Jann-Paul Jakisch schon für einen tollen Erfolg gesorgt. Nach einem Marathon in 2:55:22 Stunden brachte er das Team als Schlussläufer ins Ziel und durfte mit seinen Kollegen den dritten Platz bejubeln.

Erste Roth-Atmosphäre schnupperten auch Lea-Sophie Schneider und Jessica Drewer, die den Fünf-Kilometer-Lauf im Rahmen der Challenge Women Roth absolvierten. 35:01 Minuten benötigten sie für die Strecke, was Lea-Sophie Schneider sogar noch Platz drei in der JU18 einbrachte.